Freitag, 18. Mai 2012
Investoren ziehen nach Brand erste Bilanz

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Berlin, 14. Mai 2011

Nach dem Brand am gestrigen Freitag, der kurz nach zwölf Uhr im Dachgeschoß des denkmalgeschützten Cumberland am Kurfürstendamm 193/194 in Berlin im Dachstuhl des Vorderhauses ausgebrochen ist, ziehen die Erwerber des Cumberland Dr. Thomas Bscher, Detlef Maruhn und Dirk Germandi eine erste Bilanz.

Zur Erinnerung: Im Vorderhaus entstehen exklusive Ladenflächen und hochwertige Büros, in den hinteren Quergebäuden bis hin zu der Lietzenburger Straße entstehen 166 Wohnungen und 20 Penthäuser, die mit wenigen Ausnahmen bereits an Eigentümer verkauft sind.

Der Brand am 13. Mai war im Dachgeschoß des Vorderhauses in Richtung Kurfürstendamm 195 ausgebrochen und wurde wenige Minuten später schon bekämpft. Nach dem Brand sind zwei Bauarbeiter und zwei Feuerwehrleute in Krankenhäusern untersucht worden. „Den Bauarbeitern geht es heute glücklicherweise wieder gut. Sie kamen auf die Baustelle und helfen beim Aufräumen mit“, brachte Dr. Bscher in Erfahrung. Bei dem Brand musste auch der Bereich um das geschichtsträchtige Haus sowie die Lietzenburger Straße gesperrt werden. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer waren mehr als einhundert Feuerwehrleute und mehrere Drehleiterlöschfahrzeuge im Einsatz, um die Flammen im Dachgeschoss zu löschen. Gegen 15.15 Uhr war der Brand weitgehend unter Kontrolle gebracht. 

 

Nach Auskunft der Feuerwehr waren durch den Brand rund 500 Quadratmeter des insgesamt 30.000 qm großen historischen Gebäudes direkt am Kurfürstendamm betroffen. Eigentümer Dr. Thomas Bscher ist erleichtert, daß das Feuer eingedämmt werden konnte. So ist weder der besonders prächtige Eingangsbereich mit dem ehemaligen Rezeptionsbereich des Cumberland, in den möglicherweise ein Restaurant einziehen wird, wie auch der hintere Gebäudeteil in keiner Weise betroffen. Nach einer ersten Bestandsaufnahme geht der Bauleitende Architekt Christian Kumbernuß davon aus, dass große Teile des Dachstuhls repariert werden können. „Wir werden den Dachstuhl exakt wieder so aufbauen wie er war und auch der abgeknickte Fahnenmast wird neu errichtet", versichert Dr. Bscher.

Dr. Thomas Bscher glaubt, daß es trotz des Brandes „nur zu einer Verzögerungen von rund vier Wochen im geplanten Bauablauf kommen wird.“ Bereits seit heute laufen die Vorbereitungen, um noch dieses Wochenende den Brandbereich zu sichern und das Gebäude mit ca. 30 Bauarbeitern zu trocknen, damit am kommenden Montag die Bauarbeiten an der begonnen Tiefgarage fortgesetzt werden können. Der Gesamtschaden lässt sich derzeit allerdings noch nicht genau abschätzen. Positiv stimmt die Investoren, daß die Dachgeschoßkonstruktion größtenteils gehalten hat und die Kuppel noch steht. „Ich möchte mich bei der Berliner Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk bedanken, dass sie mit größtem Einsatz einen schwerwiegenderen Schaden verhindert haben", sagt Dr. Bscher im Namen aller Investoren.

Mit weiteren Auskünften würden die Investoren dem Bericht der Feuerwehr sowie den polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache vorgreifen.

 

Hintergrund:

Dr. Thomas Bscher, der neben anderen Ku´damm-Immobilien vor acht Jahren das Nachbargebäude saniert hat, erwarb den am Kurfürstendamm liegenden Gebäudeteil des Cumberland mitsamt der Querflügel und investiert in diesen Bereich ca. 33 Millionen Euro. Insgesamt entstehen bis zu vier Ladengeschäfte und hochwertige Büroeinheiten für gewerbliche Nutzer. Zudem ist ein 500 Quadratmeter großes Restaurant geplant, das vom Brand nicht betroffen ist.

Getreu ihrer Philosophie „Modernes Wohnen hinter historischer Fassade“ investieren die erfahrenen Immobilien-Entwickler Detlef Maruhn und Dirk Germandi auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen dem Kurfürstendamm und der Lietzenburger Straße etwa 90 Millionen Euro in die denkmalgerechte Sanierung, in den Ausbau der Dächer und den Bau der Tiefgarage. 

Das 1911/12 als sogenannter „Boarding-Palast“ von Architekt Robert Leibnitz (Hotel Adlon) konzipierte und bis zum ersten Weltkrieg als Luxushotel betriebene Cumberland wurde zuletzt von der Oberpostdirektion sowie der Oberfinanzdirektion genutzt und stand seit 2002 mit Ausnahme der Geschäfte im Erdgeschoss leer, die Ende 2009 ausgezogen sind. Zwischenzeitlich diente es als Kulisse für zahlreiche Kinofilme. 100 Jahre nach der Erbauung soll das Cumberland nun endlich eine neue dauerhafte Nutzung erfahren.


 
 

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